Konzert-Bericht aus Erfurt - 09.04.2022

Im Sprinter herrscht heute gute Laune. Es wird gelacht und Späßchen gemacht. Der Abend gestern hat allen gut getan. Jeff sieht zwar am Anfang des Tages noch ein wenig durchnächtigt aus, regeneriert sich aber recht schnell. Auf der Strecke von Dresden nach Erfurt fahren wir durch etwa 6 unterschiedliche Regengüsse. In Erfurt strahlt das HsD in der Frühlingssonne. Von unserem Hotelzimmer können wir vom 12. Stock einen wunderschönen, sonnigen Blick über die Stadt genießen. Mein Mister hat Hummeln im Hintern und geht schon mal vor ins HsD. Er ist etwa 2 Minuten weg, da fängt an zu hageln. Ich gehe, als die Sonne wieder rauskommt. 😊

Wir bauen den Stand wieder auf. Den Mangel an T-Shirts kompensieren wir, indem wir das, was wir noch haben, besonders schön nach vorne drapieren. Da ist es auch ganz praktisch, dass wir heute nicht mehr so viel Platz haben wie gestern. Uns gegenüber hängt Reiner vom Museumskeller einige lustige Shirts auf.
Der Museumskeller ist ja hier eine echte Institution und wir freuen uns schon drauf, wenn wir nach dem Konzert wieder alle rübergehen. Mein Mister und Reiner quatschen eine ganze Weile miteinander, am Ende gibt es noch ein Shirt geschenkt. Dafür noch mal vielen Dank!
Die Halle füllt sich, auch ein Teil der Party-Gemeinde von gestern trifft ein. Roland hat wieder alle sieben Sachen beieinander. Anja hat sich den Vormittag über einiger Nahrungsmittel von gestern Abend entledigt,sieht aber wieder ganz fit aus. (Ganz wichtig: Nicht in ein Sieb kotzen!) Kuni sehe ich erst kurz bevor das Saallicht ausgeht.
Auch heute ist gleich super Stimmung – aber heute geht es dann auch so richtig ab. Generations-Pogo sorgt dafür, dass bereits beim 3. Song in den vorderen Reihen viel mehr Platz ist. Ich mache mir kurzfristig ein bisschen Sorgen. Nicht das jemand stürzt... Aber es ist Platz und man passt trotz Tanzerei aufeinander auf, also Schluss jetzt mit den ganzen Bedenklichkeiten! Und plötzlich ist es wieder da dieses DURCHDREHEN- DURCHDREHEN-Gefühl. Ich muss erstmal alle umarmen – naja, nicht wirklich alle – aber wenigstens Roland und Anja und meinen Mister und Kuni. Und... ich gebe es zu ... ich habe ein paar Tränchen vergossen. Später im Museumskeller, als ich auf mein Bier warte, offenbart mir mein Tresennachbar, dass auch ihm ein paar Tränen entfleucht sind. Und ich möchte wetten, dass wir nicht die Einzigen waren.
Das dieser Abend besonders gut ist, merkt man spätestens, als wir mal wieder in den Genuss eines Songs kommen, den keiner kennt. Es werden im Laufe des Abends sogar mehrere werden. Ich will mich bei Jürgen vergewissern. Ich habe nicht immer alle Pothead-Songs auf dem Schirm – sicher bin ich nur bei denen, die auf der Setliste stehen. Jürgen guckt komisch und murmelt, dass er schon längst nicht mehr weiß, was da vorne gespielt wird – aber klingt doch gut. Jepp, willkommen bei einem richtig guten Pothead-Abend. An den Blicken von den drei Potheads lässt sich erkennen, dass zwischendurch auch ordentlich gejammt wird.
Ick bin glücklich. Endlich wieder ein ganz normaler, geiler Abend. Mindestens 5 mir fremde Personen schreien mir ins Ohr wie toll das ist und wann ihr erstes Pothead-Konzert gewesen ist. Ein leichter Tinnitus stellt sich ein.
Nach dem Konzert gibt es ein paar Autogrammwünsche, jedes Mal mit mehr oder weniger langen Lebensgeschichten dazu. Ich mag das gerne. So weiß ich nun auch, dass vor 14 Jahren Anfang April Anika geboren wurde und ihr Papa zwei Tage später auf einem Pothead-Konzert für sie ein Kinder-Shirt gekauft hat. Das hat er dann immer wieder gemacht, wenn Pothead in Erfurt gespielt hat. Nun mit 14 dürfte sie heute das erste Mal mitkommen. Papa hat ein Poster für Autogramme mitgebracht, die ich ihm natürlich gerne besorge. Brad und Jeff freuen sich sehr, als ich ihnen die Geschichte erzähle.
Vor und im Museumskeller ist es voll. Alle versichern sich, was das für ein geiler Abend ist. Viele Biere und ein paar Cuba Libres später – so gegen 3.00 Uhr – müssen wir eine Entscheidung treffen: Komasaufen oder Schluss machen? Wir entscheiden uns fürs Hotelbett, schließlich müssen wir morgen wieder nach Hause, auspacken, Autos tauschen, Lotte abholen...
PS: Irgendjemand erzählt mir später, dass im Fußboden des HsD, dort wo so viel gepogt wurde, nun leider ein Loch ist.
ROCK ON!

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