Potstock 2019

Schwupps ... Schon wieder vorbei :´-(

Mächtig schön ist's gewesen bei perfektem Wetter. Den Bericht und Bilder gibts wieder bei Flickr.

Es grüßt herzlich
Mrs Pophead

Potstock 2018

Der Potstockbericht ist fertig und genau wie die Fotos bei Flickr zu finden:

Es grüßt herzlich
Mrs Pophead

Potstock 2017

Shortstorys, vom Winde verweht!

Der Potstock-Auskenner kommt, wenn möglich, bereits am Donnerstag. Das hat den Vorteil, dass man noch einen der begehrten Außenplätze ergattern kann und genug Platz für die ganze »Familie« freihalten kann. Der Nachteil ist, dass das Klo-Haus erst irgendwann im Laufe des Nachmittags aufgestellt und angeschlossen wird. Die Dixis sind zwar schon geliefert aber noch nicht verteilt. Hierfür wurde dieses Jahr eine gute Lösung gefunden:

Man nehme einen Schleppgurt und einen Pick-up und schon geht sie los, die wilde Fahrt im ... äh ... mit dem Dixi übers Feld.

* Zwar kommt man zum Feiern zum Potstock und nimmt dabei in Kauf eventuell zu später Stunde keine gute Figur mehr zu machen, aber ein bisschen Stil muss sein. Wer etwas auf sich hält und Mittel und Begabung dafür hat, kommt mit dem »richtigen« Auto. Ein »H«-Kennzeichen sollte das gute Stück schon besitzen. Weit vorne im Ansehen liegt natürlich der VW Bulli. Aber auch andere Modelle werden bewundert. Ein Pick-up hat zudem aber noch sehr praktische Vorteile: Er eignet sich nicht nur als Dixi-Abschleppwagen, sondern auch als Begegnungsstätte, Bar und Abwaschtisch. Die geschlossene Ladefläche bietet sich zudem auch für eine Poolparty an.

* Kein Wetter ist schlecht, man muss es nur zu nutzen wissen. Ganz weit vorne lagen in diesem Jahr die Leute, die einen Drachen mithatten. Sieht doch so ein kleiner Drachen sehr viel eleganter aus, als die billigen Pavillons, die noch so durch die Gegend flogen. Für die Reparatur solch ungewollter Flugobjekte empfiehlt es sich immer eine Rolle Gaffa Tape dabeizuhaben. Für das nächste Jahr sollte man dann aber vielleicht etwas mehr Geld anlegen beim Kauf eines neuen Unterstandes.

* Ob Bio, Vegan, Vegetarisch, oder Mikrobiotisch, beim Potstock kommt am Ende alles auf den Grill. In diesem Jahr tatsächlich gerne auf den Grill eines sehr bekannten Herstellers. Hier mutierte das Potstock zu einer Art Modell-Messe, da praktisch die komplette Produktpalette dieses Herstellers auf dem Platz zu finden war. Aber auch Kaffee kochen kann zu einem großen Thema werden. Dieses Jahr hat die schlecht gelaunte Kaffeemaschine aus dem Pothead-Büro an dem Betriebsausflug teilhaben dürfen. Wir mussten auch schon mal die Espressomaschine unseres Nachbarn mit Strom versorgen. Selber bevorzugen wir allerdings die Old-School-Variante: exklusiv handgefiltert und mit viel Geduld aufgegossen. Exquisit!

* Bisher waren wir der Überzeugung, dass das Potstock ausschließlich von netten, gut sozialisierten Menschen besucht wird. Aber wie das so ist, wenn Mensch zu Mensch zu Mensch kommt, irgendwann sind es so viele, dass der statistische Blödmann dann eben doch mit dabei ist. Wir mussten uns daher von einem Klappspaten verabschieden, den sich wohl jemand ungefragt ausgeborgt und dann nicht wieder zurückgebracht hat. Noch schlimmer hat es allerdings die Sauerland-Family getroffen. Hier hat jemand die Gitarre vom Junior zertreten. Das ist eine wirkliche beschissene Nummer. Hallo? Wie blau oder wie blöd muss man sein um eine Gitarre zu zertreten? Bleib bitte im nächsten Jahr einfach zu Hause, du Arschloch.

* Von solch unangenehmen Leuten einmal abgesehen, freuen wir uns über jeden, der uns am Zelt besuchen kommt oder uns bei sich zum Bierchen einlädt. So wurden in diesem Jahr bereits drei Stunden nach unserer Ankunft unsere Besucherstühle in Beschlag genommen. Die Kollegen aus dem Raum Oldenburg befanden sich auf Grund geistiger Getränke bereits in einer gedanklichen Zeitschleife, die uns alle 5 Minuten dasselbe Gespräch führen lies. Innerhalb einer halben Stunde hatten wir daher gute 6 Mal mitgeteilt wo wir herkommen und wie oft wir bereits beim Potstock waren. Aber egal, Jungs, im nächsten Jahr sollten wir diese Unterhaltung weiterführen...vielleicht mit einem neuen Gesprächsschwerpunkt.

* Zeitschleife ist ein guter Stichpunkt! Die Zeit spielt in Hohenlobbese eine ganz eigene Rolle, aber davon im nächsten Bericht mehr ...

Mrs Pophead verweht in der Zeit                 

Einstein hat die Theorie aufgestellt, dass die Zeit relativ ist. Wer mit der Berliner S-Bahn fährt weiß, dass das stimmt. Die Ankunft des Zuges wird in 2 Minuten angekündigt - der Ablauf dieser 2 Minuten kann schon mal 5 Minuten dauern. In Hohenlobbese ist das einfacher, in Hohenlobbese gibt es genaugenommen keine Zeit. Dafür gibt es Wetter, dieses Jahr in Form von Wind, sehr viel Wind.

Nachdem wir am Donnerstag gegen 15.00 Uhr bei 28 Grad das Zelt aufgebaut haben, hat es gleich nach Einbruch der Dunkelheit die ganze Nacht gestürmt und aus Eimern geschüttet. Wir wachen trotzdem frisch und munter bei strahlendem Sonnenschein auf und machen uns ans Herrichten des Frühstückstisches. Eddes ist auch schon wach und wir trinken unseren ersten Kaffee. Nach einiger Zeit wundere ich mich darüber, dass sonst noch keiner wach ist, ist doch schließlich sicher schon 9.00 Uhr. ... Es ist tatsächlich grade 7.15 Uhr. Eine Zeit zu der ich normalerweise nur mechanisch funktioniere. Ich bin irritiert. Egal, das Wetter ist schön, das Leben auch.

Zwei Stunden später sind alle wach, der Himmel grau und ein Sturm zieht auf. Gegen Mittag schüttete es wieder aus Kübeln bei gleichzeitigem Seitensturm. Zum 2. Mal sind wir alle nass. Während eines kurzen Sonnendurchbruchs machen wir eine erste Runde Wundertüten-Verkauf. Am Nachmittag haben Lotte, unser kleiner Hund, und ich die Faxen echt dicke. Dieser andauernde Wind bläst einem das Gehirn durcheinander. Lotte ist schon ganz wuschig von den ständig wackelnden Zelten und Pavillons. Ich beschließe mich ein Stündchen mit ihr im Zelt hinzulegen. Als ich wach werde ist es draußen dunkel, dabei könnte ich schwören, dass ich nur ein kurzes Nickerchen gemacht habe.

Böse Zungen behaupten ich hätte geschnarcht. Ich weise diesen Vorwurf zurück: Ich schnarche nur, wenn der Mister neben mir schläft und da ist es Notwehr. Wenn ich alleine schlafe, schnarche ich nicht. Das kann nur Lotte gewesen sein. Wie auch immer, ich habe eine ganze Menge Besucher verpasst. Siggi war da, Jürgen, der seiner Tochter die Lotte zeigen wollte und noch einige andere Leute, die ich gerne begrüßt hätte. Aber immerhin fragen mich am nächsten Tag gleich mehrere Leute, ob ich gut geschlafen hätte. Nur dieser süffisante Unterton ist mir schleierhaft ...

Mrs Pophead läßt sich alles noch mal durch den Kopf gehen ...

Ich habe Lotte einen schwarzen Seidenumhang genäht und eine Schnur drangebunden. Jetzt schwebt sie mit ausgestreckten Gliedmaßen 10 m über uns. Der Wind wird stärker und es fällt mir schwer, die Schnur weiter festzuhalten. Der Wind bläst mir dabei ins Gesicht und ich bekomme keine Luft mehr. Das wird mir zu anstrengend – ich mache die Augen auf.

Im Zelt ist es warm und die Wände wackeln im Wind. Auf meinem Brustkorb steht die Lotte, schnaubt mir ins Gesicht und starrt mich mit einem Auge an. Das andere ist mit getrocknetem Schleim verklebt. Na toll. Ich zischel dem Mister ins Ohr, dass der Hund ein entzündetes Auge hat und pullern muss. …Er brummt… Ich weise darauf hin, dass wir noch eine Nacht hier schlafen wollen und es wirklich blöd wäre, wenn die Lotte jetzt einen See auf seinen Schlafsack pullern würde. Er steht auf...und ich…bleib liegen. (Hier trifft die Realität auf eine moderne Volksweise von Bela B.)

Der Tag fängt grau und windig an. Lotte zittert vor sich hin und als der Dritte mich darauf anspricht ziehe ich ihr einen Mantel an. Albern aber hilfreich. Während unserer Wundertüten-Verkauf-Runde klärt es auf. Gegen Mittag scheint die Sonne und es wird endlich richtig warm. Damit kann das Fußballturnier endlich mal wieder bei gutem Wetter stattfinden. 11 Teams wollen diesmal mitmachen. Mit so einem Ansturm hat Rico nicht gerechnet und so muss kurzerhand der Spielplan und die ganze Organisation mal eben schnell umgestellt werden. Für Rico kein Problem. Die ersten beiden Runden sind dann Ko-Runden. Leider fliegen dadurch einige meiner Namenslieblinge gleich raus. Potahontas hört man aber trotzdem feiern: ein kräftig gesungenes »Es ... tut ... mir ... leid Potahontas« schallt über den Zeltplatz. Danke für diese Perfomance. Auch von Germarihuana müssen wir uns schnell verabschieden. Stilecht haben die Jungs selbstverständlich auf Trikot-Schnickschnack verzichtet und spielen in voller Kuttenmontur. Blitzeblau versucht durch ein großes Transparent die Gegner einzuschüchtern aber auch diese Taktik geht nicht auf. Die ersten Plätze machen am Ende Stowibo, Bunter Anorak und der BFV Promille unter sich aus. In diesem Falle können die tollen Trikots mit den Promillezahlen als Rückennummern die Gegner verwirren und so geht der erste Platz an die Jungs mit dem Sternburg-Kronkorken auf der Brust. Nach dem Turnier ruft der Grill. Endlich essen, ohne dass einem der Pappteller um die Ohren fliegt oder ein plötzlicher Regenguß dass Grillgut verwässert! Ich gönne mir aus einem Blechteller eine Bratwurst. Komischer Weise lehnt Lotte den von mir angebotenen Probierhappen mit gerümpfter Nase ab. Als ich die Wurst aufgegessen habe, stellen wir fest, dass diese wohl aus dem Resteteller von gestern stammte. An dem Fleisch weiter unten hängt jedenfalls schon eine Made. Manchmal macht es Sinn auch mal auf seinen Hund zu hören. Nun, es bleibt keine Zeit mehr sich zu ekeln, es dämmert – also auf zur Scheune.

Auf der im Potstock-Style dekorierten Bühne eröffnet das Latzhosen-Trio mit einem grandios stampfenden Threshing Bee. Mit so einem Opener ist dann auch gleich jeder bei Sache. Die Stimmung ist von Anfang bis Ende super. Es gibt zwei lange nicht mehr gespielte Songs (Cyborg und Relax Man) und vor Detroit ein unbekanntes Stück. Auf Nachfrage von praktisch Allen sagt Jeff das wäre ein Jam gewesen. Für uns hörte es sich nach einem neuen Song an. :-) Ich renne viel hin und her, weil ich Videos aus unterschiedlichen Positionen mache. Unsere GoPro hängt wieder unter dem Dach und nimmt das ganze Konzert auf. Da brauchen wir ein paar andere Bilder zum Dazwischenschneiden. Durch die Rumrennerei komme ich kaum zum Trinken. Einmal werde ich auf ein Bier eingeladen, hier und da kann ich mal schnell mittrinken. Alles in allem ist das aber eher ein trockener Abend für mich. Darum bunker ich mir später an unserem Lagerfeuer je eine Flasche Cola und Captain Morgan und trinke gierig zwei Becher hintereinander. Als ich den Dritten ansetzen will, wird mir schlecht. Jeff kommt zu uns, setzt sich und erzählt ... irgendwas. Ich kann nicht folgen, mir ist schlecht. Mein Magen randaliert regelrecht. Statt einer Antwort zu irgendeinem Thema sprudelt dann auch so allerlei anderes aus mir raus. Eine gute Seele reicht mir eine Zewa-Rolle. Etwa eine halbe Stunde lang drücke ich mir das Zewa vors Gesicht und spucke immer mal wieder was rein. Dann ist mir das zu blöd und ich gehe ins Bett – mit Zewa-Rolle.

Morgens wache ich mit der Rolle in der Hand wieder auf. Zwar habe ich nicht mehr kotzen müssen aber der Magen fühlt sich immer noch scheiße an. Überhaupt fühlt sich alles scheiße an. Ich komme nicht aus dem Knick. Offensichtlich sehe ich auch so aus, denn mir wird ständig Hilfe angeboten. Der gereichte Tee ist super, der Liegestuhl auch sehr hilfreich. Mittags kommen Siggi und Jeff vorbei. Jeff begrüßt mich mit »Na,Sonnenschein...!?!« Pffff ... ich versuche ein Grinsen, sehe dabei aber wahrscheinlich eher aus, als hätte ich eine Nervenkrankheit. Dass ich die blöde Wurst gegessen habe, fällt mir erst wieder zu Hause ein und so muss ich mir gefallen lassen, dass alle die alte Säuferin auslachen. Trotz Übelkeit geht kein Weg daran vorbei: bei 28°C und strahlendem Sonnenschein müssen wir alles wieder einpacken. Das war definitiv nicht mein Potstock – aber Spaß hat es trotzdem wieder gemacht. Nächstes Jahr bleibt Lotte zu Hause und ich werfe das übrig gebliebene Fleisch gleich weg. Und wir bringen einen Drachen mit.

Fotos: flickr.com

PS: Weitere schöne Fotos könnt Ihr auf den Seiten von Kati Berg und Zerosusi anschauen. Wenn Ihr ganz runterscrollt findet Ihr am Ende unserer Seite die jeweiligen Links. Und dann gibt es noch einen schönen Bericht über das diesjährige Potstock hier: metal-heads.de/potstock-2017

Potstock 2016

Rituale: So, in ein paar Stunden geht es los! Wir haben in den letzten Tagen gut trainiert: Fußball gucken, grillen auf dem Balkon, Bierchen ...

Und wir sind bereits seit Wochen gedanklich am Packen. Zum Glück haben wir einen netten Menschen gefunden, der uns einen Bus geborgt hat für die nächsten Tage. Ansonsten hätten wir etwa 4 x nach Hohenlobbese fahren müssen um den ganzen Sch... hinzubringen. Eine Kiste ist voll mit schicken Wundertüten. Jeff hat uns mit ein paar ganz besonderen Gimmicks überrascht. Da hat das Tüten-kleben gleich doppelt viel Spaß gemacht.

Auf ein Potstock-Ritual können wir uns auch noch verlassen: Es wird wieder Regen geben! Pünktlich zu diesem Anlass habe ich einen Riss in meinen Gummistiefeln entdeckt - zum Glück gibt es ja Gaffa, keine Zeit mehr neue zu kaufen. Jedenfalls werden wir trotz Regen trocken Fußball gucken können: Wir haben noch einen Pavillon mehr mit und eine (schweineteure) Riesenplane. Bleibt dann nur noch für die Nacht ordentlich warme Klamotten einzupacken. Letztes Jahr ist es plötzlich saukalt geworden.

Szenen einer Ehe ...

Zu unserem 1. Potstock sind wir noch mit einem Ford Ka gefahren. Ein Wurfzelt, ein kleiner Pavillon, zwei Campingstühle, zwei Schlafsäcke, ein 9,90 € Dreibeingrill, eine Kühlbox mit Essen, ein Kasten Bier und eine kleine Sporttasche mit Klamotten – das war das Equipment mit dem wir zwei Tage Potstock überlebt haben. Dieses Jahr kommt es schon sechs Wochen vorm Potstock zu einer Ehekrise: Mein Mister meint einen Transporter mieten zu müssen, weil wir den ganzen Kram niemals in unseren Nissan Note bekommen. Zum Glück findet sich ein Arbeitskollege, der uns seinen Transporter unentgeltlich leiht. Damit sparen wir auch die Kosten für den Scheidungsanwalt. Tatsächlich hätten alleine der Generator, die Leinwand, der Beamer (der in einem riesigen Karton verpackt ist) und die 3 Pavillons unseren Nissan schon überfordert. Den Transporter bekommen wir jedenfalls mühelos voll.

Wir reisen wieder am Donnerstag an. Die Sonne scheint, ein paar größere Wolken ziehen vorbei – ideales Aufbau-Wetter. Während mein Mister das erste Bier köpft und Schwätzchen mit den Nachbarn führt, baue ich schon mal das Zelt auf. Kurzfristig bezieht sich der Himmel bedrohlich, was meinen Mister dazu veranlasst mal kurz bei den Planen mit anzufassen. Er mußte die Unterhaltung sowieso grade unterbrechen, um das zweite Bierchen zu holen. Die schwarzen Wolken ziehen dann aber nur so vorbei. Es ist etwa 17.30 Uhr, das Zelt steht, die drei Pavillons stehen, die Planen sind verteilt und gesichert, Tisch und Stühle stehen, ich kann mich in die Liege setzen, auch endlich ein Bierchen trinken und jetzt meinem Mister beim Arbeiten zusehen. Mehrere Unterhaltungen und Bierchen zögern die Aufbauarbeiten etwas heraus, so dass der Generator erst eine Stunde später angeschmissen wird. Das Beamerbild erscheint auf der Leinwand, es gibt eine kleine Spannungsschwankung und weg ist das Bild. Die Birne ist durchgebrannt.... Natürlich keine 0/8/15-Birne, die man noch schnell im Media-Markt kaufen könnte. Für alle anderen Rettungsmaßnahmen ist es jetzt zu spät. Mein Mister läuft rot an und spuckt Gift und Galle. Ein weiteres Bier muss den Ärger über die nunmehr nutzlose Investition in einen Generator herunterzuspülen. Später wird er die zweite Halbzeit bei Siggi auf einem Minifernseher gucken, während wir anderen bei lauschigen Abendtemperaturen Hohenlobbeser Himmel bestaunen: Sonnenuntergang Deluxe - wer will da denn ein schlechtes Deutschland-Spiel gegen Polen sehen? Mein Mister kehrt noch vor Spielende zurück, auf dem Rückweg gab es noch ein paar Bierchen und das eine oder andere Schwätzchen - er ist wieder gut gelaunt und wird bald selig schlafend von der Luftmatratze rutschen. So eingeklemmt zwischen Matratze und Zeltwand ist man(n) ziemlich handlungsunfähig. Gut, wenn man eine liebende Ehefrau dabei hat, die einen da wieder herauszieht. Selbstverständlich habe ich nicht gelacht und werde die Geschichte natürlich auch nicht weitererzählen ...

Wetter, Wetter, Wetter ...

Die ganze Nacht über hat es geregnet. Teilweise hatten wir einen infernalischen Lärm im Zelt. Die Plane macht aus jedem Regentropfen akustisch einen ganzen Wassereimer, dabei handelte es sich die meiste Zeit um einen normalen Landregen. Ich träume von Wasserschwällen, die unser Zelt wegspülen. Trotzdem fühlen wir uns relativ ausgeschlafen. Die neuen Schlafsäcke sind kuschelig und die Temperaturen waren mild. Wir freuen uns auf einen entspannten Tag, den wir damit verbringen werden, den Neuankömlingen beim Zeltaufbau zuzuschauen. Nach einem guten üppigen Frühstück – bei dem bemängelt wird, dass wir keine größere Pfanne dabei haben - stellen wir unsere Stühle in Position und nehmen unsere Plätze ein. In den ersten Stunden bekommen wir allerdings nur Camper und umgebaute ehemalige Nutzfahrzeuge zu sehen. Mit Zelten kommen nur uns bekannte Leute, die ihr Equipment in Griff und schnell aufgebaut haben. Ein paar wenige verheißungsvolle Kandidaten verpassen wir, weil wir Leute begrüßen. Und dann kommt Wetter ...

Den Rest des Tages verbringen wir damit Jacken aus und an zu ziehen, Sonnenbrillen auf- und wieder abzusetzen, uns an die Planen und Zelte zu klammern. Einmal wird es für kurze Zeit richtig ungemütlich. Die Hunde warnen uns vor. Unsere Lotte führt komische Tänze auf und jault recht verzweifelt rum. Wir verfrachten Hund und Kinder ins Auto. Zum Glück bleibt es bei Sturm und Regen, das Gewitter zieht an uns vorbei. Trotzdem fährt kurze Zeit später die Feuerwehr über das Gelände und schaut nach dem rechten. Einige Neuankömmlinge erzählen von einem heftigen Unwetter, dass sie unterwegs aufgehalten hat. Puh, Glück gehabt. Lotte geht schlafen, wir nehmen wieder Kino-Positionen ein, beobachten aber inzwischen mehr den Himmel. Es ist Zeit das Bier mit Picon anzureichern und unsere 3-Liter-Flasche Captain Morgan anzustechen. Zwischen zwei Regengüssen wird das Grillgut abgebraten. Der Regen spült immer mal wieder einen Gast unter unsere Pavillons. Zum Abend hin wird es wieder schöner und wir können das Lagerfeuer anzünden. Bei Einbruch der Dunkelheit kommt der Knicklicht-Mann. Er möchte uns Freude durch Knicklichter schenken - wie könnten wir uns dem verschließen? Nun sitzen wir alle neonfarbend geschmückt um unser Feuer herum und scheitern immer mehr bei dem Versuch, die Gespräche verständlich und sinnvoll zu gestalten. Mein Mister und ich machen zeitig einen polnischen Abgang – schließlich ist morgen ein anstrengender Tag.

Ende gut – alles gut

Natürlich fährt man nicht wegen der guten Nachtruhe zum Potstock, aber die Feuerwerk-Ballerei, die sinnfrei bis weit in die Nacht hinein ging, ist mir dann doch mächtig auf die Ketten gegangen. Abgesehen davon finde ich Feuerwerk zwischen Zelten auch nicht wirklich schlau. Wenn da mal was auf unserem Bulli-Zelt landet, dann schicke ich euch unseren Bluthund auf den Hals – ick schwöre!

Egal. Trotzdem sind wir ausgeschlafen und relativ zeitig am Start. Mein Mister bekommt einen Aufräum-Anfall und wäscht erstmal ab. Ich bin froh, den Hund mit zu haben - muss doch dringlich Lottes Fell gebürstet werden... (Damit hat der Hund in Sachen Körperpflege einen Vorsprung) So langsam werden auch die Anderen wach und wir können anfangen zu frühstücken. Die Herren L. und G. werden allerdings erst mittags auftauchen und den ganzen Resttag deutliche Entfaltungsmöglichkeiten aufweisen. Da hat wohl ein Captain Morgan in der Nacht Schiffbruch erlitten.... Während die beiden Herren sich die vergangene Nacht noch mal durch den Kopf gehen lassen, packen wir unsere Wundertüten und ziehen über den Platz. Jeff hat uns mit ein paar schönen Ideen überrascht und so haben wir diesmal tolle Kindertüten mit Malheften und einem Bastelbus zum Anmalen und Ausschneiden. Wir verkaufen auch sehr viel mehr Tüten als letztes Jahr und haben nun genug Geld für den nächsten Fanzine-Druck zusammen. Danke schön!

Und schon ist es Zeit für das Fußballturnier. Der 1. FC Verfatz Dich wird dieses Jahr schmerzlich vermisst, dafür überzeugt Flitzeblau durch tolles Entertainment. Für eine Platzierung auf den ersten drei Plätzen reicht es allerdings nicht. Die werden von Dany Power , Wutzow und Stowibo belegt.

Überraschenderweise schaffen wir es dieses Jahr endlich einmal zwischen Turnier und Konzert einigermaßen gechillt zu essen. Zwischendurch kommt noch der eine oder andere auf ein Schwätzchen vorbei und die 3-Liter-Flasche CaptainMorgan wird immer blasser.

Und ... schwups ... ist der Tag vorbei und es ist Zeit sich endlich Richtung Bühne aufzumachen. Selbige ist wieder mit dem letztjährigen  Potstock-Outfit geschmückt. Ein kleines Holzschild fehlt allerdings - das hat im letzten Jahr doch tatsächlich jemand geklaut! Es fehlt auch der kleine Maiskolben auf der Bassdrum. Roberts Hände heilen langsam aber stetig. Weiterhin ist hier viel Geduld gefragt. Und so sitzt wieder Bert am Schlagzeug. Natürlich ordnungsgemäß mit Karohemd und Latzhose ausgestattet. Wir hatten ihm im Vorfeld schon so viel erzählt vom Potstock, dass er mit viel Vorfreude angereist ist.

Vor der Bühne geht es dann auch wieder ganz schön ab – Pogo und Crowdsurfen bei fast jedem Song. Aufpassen müssen aber die Leute, die weiter hinten an der Seite stehen: Unter dem Rand des Scheunendaches haben fiese kleine Schlammpfützen überlebt. Hat nicht viel gefehlt, fast hätte ich da eine Rock-am-Ring-mäßige Pfützenrutsche gemacht.
Nach dem Konzert wollen wir gerne noch ein paar Foto- und Autogrammwünsche erfüllt wissen. Leider gestaltet sich das schwierig. Eine Menge Bekannte wollen Brad und Jeff treffen und die beiden sind ständig irgendwo anders. Wir geben dann auch auf, widmen uns lieber einem kalten Bier und gehen zu Dj Vossi: Abzappeln zu B52s und den Ramones. Den Sonnenaufgang schauen wir uns noch an, dann geht's auf die Matratze.

Fotos: flickr.com