Konzert-Bericht aus Wuppertal 2016

Lottes erstes Pothead-Konzert findet im Haus der Jugend in Wuppertal statt. D.h. für mich, ich habe keine Zeit für ein Schwätzchen, weil Madame versorgt werden muss und verpasse den Soundcheck, weil die kleine Hundelady mal muß. Dafür lerne ich die Wuppertaler Fußgängerzone und unglaublich viele Kinder kennen. Also Wuppertal ist jedenfalls nicht Schuld an der sinkenden Kinderzahl in Deutschland

Ich kann erzählen, dass wir Tauben gejagt und mit Kindern Ball gespielt haben. Außerdem wissen wir jetzt, dass die Schwebebahn nicht schwebt sondern hängt und dass es im Haus der Jugend sehr viele Treppen gibt.... Na, ich merke schon, dass interessiert niemanden. Ok, dann erzähle ich mal, dass Pothead das letzte mal vor 19 Jahren hier gewesen ist. So fühlt es sich doch wirklich besonders an, die ehrwürdige Eingangstreppe vom Haus der Jugend hochzuschreiten :-)

"Unser" Konzertsaal ist im 2. Stock, der "Lärm" vom Soundcheck schallt fast in Originallautstärke durch das ganze Haus. Im Erdgeschoß ist ebenfalls ein Konzert ... na da wünsche ich viel Spaß! Der Saal ist quadratisch, praktisch, gut und füllt sich grade so, dass man noch gut Platz hat. Der Altersdurchschnitt ist etwas höher als sonst. Auf Pogo und Crowdsurfen wird also heute verzichtet, dafür ist die Menge von Anfang an von vorne bis hinten gut in Bewegung. Die Stimmung ist super und schwappt auf die Bühne. Von Brad's Erkältung ist nichts zu spüren und die Jungs haben Spaß. Ein Song läßt mich verzweifelt suchend auf die Setliste starren. Das ist nicht das, was da steht und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich den Song kenne. Später erfahre ich, dass Bert den Song auch nicht kannte. Das hat man aber nicht gemerkt. Nach »Detroit« und »Dope Says Nope« sammelt sich die Menge vorm Merchstand und Siggi und mein Mister haben gut zu tun, während Jeff und Bert Autogramme geben. Zu tun haben auch Kai, Jürgen und Steffen. Die müssen heute die Bühne um das immer noch herumstehenden (und auf der Bühne sitzenden!!!) Publikum herum abbauen und sind die »Hintergrundkulisse« für eine Menge Selfies mit Brad.

Ein Stockwerk tiefer im Backstage hat unsere Potlotte alles verschlafen. Eine ausschweifende Backstageparty gibt es heute nicht. Der Weg nach Hause morgen früh ist weit und am Sonntag müssen wir schon wieder alle zur Schlafenszeit auf dem Fußballplatz stehen. Pothead sponsort den Mädchen von TeBe die Trikots und am Sonntag, den 10.04. um 8.00 Uhr ist Übergabe. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Fotos: flickr.com

Konzert-Bericht von Zerosusi aus Bielefeld

Hier ein kleiner und bescheidener Bericht zum Pothead Auftritt am 02.04.16 in Bielefeld: Beruhigt mit dem Wissen einiger Jahre an Berufserfahrung in der Pflege war ich mir sicher, die Truppe mit einem baldigst `rundem` Geburtstagskind wohlbehalten hin und zurück zu chauffieren zu können.

Angesichts von reichlich Vorräten an Kuchen und Cuba Libre ein wohl nicht zu vernachlässigender Aspekt, wobei mir der Gedanke kam, in Zukunft mein Berufsfeld um »begleitete-Konzertreisen« zu erweitern.

In Bielefeld angekommen hatten wir die wunderbare Möglichkeit, dem Soundcheck zu lauschen, was die Vorfreude auf das Konzert nur weiter anheizte.

Selbst ein kleines Rudel heimischer Klappleitern traute sich langsam aus ihrem Versteck hervor und näherte sich der Bühne.

Zum Konzert lässt sich einfach sagen - der geneigte Pothead Fanatiker wusste was ihn für ein genialer Auftritt erwartet und er wurde von den symphatischen Berlinern nicht enttäuscht.

Leider konnte Robert seinen Platz an den Drums nicht einnehmen – Daher wünsche ich ihm an dieser Stelle weiterhin eine gute Genesung, damit er bald wieder kraftvoll die Trommelfelle bearbeiten kann.

Für ihn leistete Ersatzdrummer Bert ganze Arbeit und verwöhnte die Ohren der Fans.

Dies wurde mit so manch breitem Grinsen quittiert.

Wieder einmal mehr bewies das Forum seine angenehm familiäre Atmosphäre; gerne wieder!

Rock on!

Und wer sich dazu noch ein paar Bilder anschauen möchte kann das hier gerne tun:
https://www.flickr.com/gp/zerosusi/46hh43

Konzert-Bericht aus Bielefeld

Bereits am Freitag fahren wir nach Bielefeld. Zerosusi hat uns leichtsinniger Weise ihr Gästezimmer angeboten und das wollen wir nun ein bisschen ausnutzen. Zwar kommen wir erst spät an, werden aber trotzdem noch bonfortionös verköstigt. Der Samstag entwickelt sich sehr relaxt: super Frühstück, ein schöner Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein mit zwei glücklichen Hunden und die Aussicht auf einen ruhigen Nachmittag mit gutem Essen und noch einem Nachmittagsspaziergang. Da kommt die Nachricht aufs Handy: Jenny hat sich verletzt, kann unmöglich heute arbeiten,Siggi braucht Hilfe! Na toll.... Also Restprogramm streichen, Essen vorziehen, Lotte beim Hundebabysitter abgeben und los geht's zum Forum Bielefeld.

Zuallererst hören wir uns dann natürlich den Unfallbericht an - ganz doll Mitleid mit Jenny und gleich ein Solidaritäts-Pseudo-Schmerz im Knie (Details wollt ihr nicht wissen!) Als nächstes lernen wir Bert kennen, der ja den so übel verletzten Robert am Schlagzeug vertritt. (Robert hatte sich ein paar Wochen vorher bei einem Fahrrad-Unfall beide Hände gebrochen!) Dann machen wir einen Gesundheitscheck bei allen anderen. Wir können somit vermelden bis 17.30 Uhr sind noch alle verbliebenen »Potheads« ok. So langsam wird man ja ein wenig paranoid; wir hoffen daher, dass sich daran nix ändern wird ...

Eine Stunde später sind Siggi und mein Mister grade dabei das Forum einzureißen. Ok, ganz so schlimm ist es nicht, eine Leiste schwächelt und hat unter der Pothead-Merch-Last ihren Platz fluchtartig verlassen. So eine schnöde Materialschwäche kann aber niemanden mehr schocken.

Beim Soundcheck können wir uns davon überzeugen, dass Bert einen guten Job macht. Wenig später sehen wir auf Siggis Handy wie Bremen gegen Dortmund den Ausgleich zum 1:1 schießt. Na bitte, geht doch, wenn man seine Ansprüche ein wenig herunterschraubt kann das Leben ganz schön sein. ... Jedenfalls für eine Stunde, dann hat Bremen doch noch verloren. Aber wenigstens auf Bert ist Verlass. Das Konzert läuft gut und macht Spaß. Auch bei Brad's spontanen Änderungen der Setliste kann Bert bestens mithalten, wenn auch mit einigen heimlichen Schweißperlen auf der Stirn. Es ist schon toll, dass Pothead immer so ein Glück mit den Schlagzeugern hat – zumal Bert auch noch ein sehr Netter ist.

Nichtsdestotrotz vermissen wir Robert und drücken jeden Tag eifrig die Daumen, dass alles gut heilt und er in zwei, drei Monaten seinen Platz wieder einnehmen kann.

Backstage wird gefeiert: Fans haben einen tollen Kuchen zum 25-jährigem Bandjubiläum gebacken und ich muss feststellen, dass ich plötzlich rapide gealtert bin und eine neue Zahl vor die Null setzen muss. Zum Trost gibt's Geburtstagstorte, zwei Lieder, Sekt und Geschenke. Mein Mister und ich können dann auch noch ein, zwei, drei Cuba Libre hinterherspülen, da Zerosusi uns wieder zu sich nach Hause kutschiert. So läßt es sich auch im fortgeschrittenen Alter gut leben. (Hatte ich erwähnt, dass Zerosusi Altenpflegerin ist? :-) )

Fotos: flickr.com

Konzert-Bericht von Potbert aus Bensheim

POTHEAD rockt Bensheim in Hessen, klar dass die Rocking Family hin muss. Das REX ist wirklich ein tolles Musiktheater mit super Akustik, alles neu, gut organisiert, nettes Personal, Hut ab! Das ist ein würdiger Rahmen für POTHEAD und eine große treue Fangemeinde, die POTHEAD erwartet und frenetisch begrüßt. Die Band hat leichtes Spiel, das Publikum geht gleich mit, die vorderen Reihen sind voll in Bewegung, die Hits werden textsicher mitgesungen. Die Jungs haben sichtlich Spass, dass Publikum ebenso. Dass die Fangemeinde ständig wächst, ist kein Wunder, immer gute Stimmung, geile Musik, POTHEAD live- immer ein Highlight ! Erstaunlich ist, wie gut sich Bert in so kurzer Zeit eingespielt hat, das hat gut gepasst! Wir freuen uns auf das nächste Konzert, hoffentlich bald.

Grüße und Dank an alle von POTBERT & Rocking Family

Pothead im Huxleys 2016

Die drei Türme und die Fäden – sie alle zu knechten ... Donnerstag, 14.01.2016, vormittags: Ein Mann, den wir hier einfach mal J nennen wollen, nimmt auf einem Vorstadtbahnhof den roten Faden dieser Geschichte auf. Hier trifft er auf Murphy und seine Gesetze und entscheidet sich nicht wieder einfach zurück ins Bett zu gehen, sondern springt in den wartenden Zug Richtung Berlin

Diese hektische und unüberlegte Entscheidung wird ihn ersteinmal 60 € kosten (hätte er ein Ticket gezogen, hätte er 45 Minuten auf den nächsten Zug warten müssen) und ihn in den nächsten Tagen tief in Probleme verstricken. Er wird feststellen, dass fade-in nicht gleich fade-out ist, die inzwischen weißen Fäden werden ihm aus den Händen gleiten, er wird eine Marionette der Technik werden, sich in Kabel und irgendwelchen Trippel-Dingern verheddern und er wird auf Indianer treffen, die sich einfach nicht in die gewünschte Reihenfolge aufstellen lassen wollen. Am Ende des dritten Tages werden sich feine graue Fäden durch seine Haare ziehen aber er wird den Kampf gegen Murphy und die Fadenwürmer gewonnen haben. Die Menschen werden ihn lieben und für seinen Einsatz ehren. Er wird als stolzer Mann den Zug zurück in die Pampa besteigen und ganz sicher wird er ein Ticket gekauft haben.

Selbstverständlich braucht ein wackerer Kämpfer starke Mitstreiter und eine große Armee: Den großartigen Gitarrero Brad, der jeden kleinen Fehlerteufel mit einem Gitarrensolo von der Bühne fegt. Jeff, den nichts aus der Ruhe bringen kann und der plötzliche Ausfälle seiner Mitstreiter mit seinem wunderbaren Bass kompensiert. Robert, der Taktvolle, der seinen Treueschwur erst kürzlich geleistet hat, und nun mit großer Freude und goldenen Schuhen seine Brüder schlagkräftig unterstützt. Dann sind da Bruder Kai und Bruder Conny, die die Kämpfer mit Nahrung versorgen, die Verbindung zwischen ihnen halten und das Schlachtfeld aufräumen. Und Bruder Steffen, der dafür sorgt, dass Gitarre, Bass und Trommel in die Köpfe und Bäuche des großen Heeres fährt und es antreibt. Zusammen haben wir zwei großartige Schlachten geschlagen und zwei  – im wahrsten Sinne des Wortes – umwerfende Abende erlebt.

Donnerstag: Als ich mich um 10.00 Uhr endlich aus dem Bett schäle, schicke ich im Geiste einen Gruß an Jürgen und seine Crew, die in diesem Moment wahrscheinlich grade dabei sind Tonnen von Zeugs ins Huxleys zu schaffen. David Bowie hat mich aufgehalten. Bis 2.00 Uhr nachts habe ich mich durch TV und Radio gezappt und immer wieder die gleichen Berichte und Konzertausschnitte gesehen/gehört. Und jetzt komme ich nicht aus dem Knick. Lemmy ist tod, Bowie ist tod und mir ist auch schon ganz schlecht. ... Um 14.00 Uhr komme ich endlich im Huxleys an. Es sieht allerdings so aus, als wären hier auch alle noch nicht so richtig in Fahrt gekommen. Es gibt Probleme. Kabel werden getauscht, es wird wild diskutiert, Teile ausgetauscht und sehr, sehr viel telefoniert. Ich lausche: Beamer, PC und das Gedöns dazwischen sprechen offensichtlich nicht die selbe Sprache, jedenfalls kommt hinten nicht das raus, was vorne eingegeben worden ist. 3 Stunden lang passiert nur folgendes: Telefonmann spricht mit Jürgen, klettert die Leiter hoch, telefoniert, fummelt am Beamer, telefoniert dabei weiter, Leiter wieder runter, zum PC laufen, dort rumfummeln, mit Jürgen diskutieren, wieder telefonieren, auf die Leiter steigen, am Beamer fummeln, dabei telefonieren, wieder zum PC laufen, ratlos rumstehen, diskutieren, telefonieren, auf die Leiter steigen. ... Um 17.00 Uhr beschließe ich gegenüber im Hotel zu checken, ob Zerosusi schon eingetroffen ist. Mein letzter Blick fällt auf ein sehr untypisches Bild: Jürgen mit verwurschteltem Haar, errötet und mit fast schon sichtbarem »dicken Hals«.

Freitag: Auf dem Weg zum Huxleys mache ich trotz großer Spannung einen Umweg und fahre bei der im Meistersaal stattfindenden Trauerfeier für David Bowie vorbei. Um 15.00 Uhr trudele ich im Huxleys ein: Die Bühne sieht fertig aus. Der Beamer spuckt die Bilder aus, die vorgesehen sind. Allerdings ist Jürgen wohl schon wieder mit dem nächsten Problem beschäftigt. Diese Produktion wehrt sich. Siggi hatte auch schon geklagt, daß sie ständig mit Umtauschen und Leuten hinterherrennen beschäftigt war. ...Egal, um 21.00 Uhr ist die Technik startklar (was nicht macht, was es soll, ist rausgeflogen) und die Männer sehen in ihren neuen Anzügen und Schuhen einfach knallermäßig aus – es kann losgehen. Aber auch während des Konzertes krümmt sich der Fadenwurm – getreu dem neuen Intro »Trouble with Pothead«: Gitarrenseiten reißen, Textzeilen gehen verloren, es gibt Konfusionen. Nach dem Konzert sind alle Beteiligten fertig mit den Nerven und brubbeln immer nur was unverständliches, wenn man sie fragt, wie es war. Fragt man allerdings die Zuschauer, sieht man in glückliche Gesichter: Haben wir doch alle Pothead endlich mal wieder jammen gesehen/gehört und es gab ein paar wirklich tolle Versionen von einigen Songs. Wenn überhaupt ein »Fehler« wahrgenommen worden ist, dann freuen sich alle darüber, weil sie nun etwas ganz spezielles erzählen können, nach dem Motto »Ey, da hast du was versäumt! So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein.

Nachspiel: Ein paar Wochen später steigt Robert unfreiwillig über den Lenker seines Fahrrads ab und bricht sich beide Hände. Noch aus dem Krankenhaus organisiert er selber einen Ersatzmann. Den Sommer über wird Pothead mit Bert am Schlagzeug auftreten.